Was passiert, wenn Schülerinnen und Schüler nicht nur im Klassenzimmer lernen, sondern Verantwortung für echte Natur übernehmen? In Felsberg lässt sich die Antwort seit diesem Frühjahr auf einer blühenden Streuobstwiese direkt neben der Drei-Burgen-Schule (DBS) erleben.
Eine Wiese, die Geschichte schreibt
In einer Feierstunde in der Aula der Drei-Burgen-Schule wurde die von Schülerinnen und Schülern angelegte Streuobstwiese offiziell eröffnet – und das in prominenter Gesellschaft: Hessens Landwirtschaftsminister Ingmar Jung sowie die Landtagsabgeordneten Dominik Leyh (CDU) und Christoph Sippel (Grüne) waren persönlich vor Ort.
Die Wiese umfasst insgesamt 18 Obstbäume – allesamt heimische Sorten. Das Grundstück wurde von der Familie Glöckner aus Felsberg zur Verfügung gestellt, die ebenfalls an der Feier teilnahm. Die Sparda-Bank förderte das Projekt mit 10.000 Euro aus dem Gewinnsparen. Ohne diese Unterstützung wäre das Vorhaben laut Beteiligten nicht realisierbar gewesen.

Das Programm: Schule lebt Nachhaltigkeit
Die Veranstaltung startete um 14:30 Uhr mit einem Sektempfang und einer Begrüßung durch Schulleiter Herrn Heidelbach. Der Chor der Jahrgangsstufe 5 eröffnete die Feier mit dem „Drei-Burgen-Lied“ unter der Leitung von Maike Weinberger – großer Applaus war die Reaktion des Publikums.

Herr Heinzeroth stellte das Konzept der „Umweltschule DBS“ vor, Frau Drüsedau vom Kompetenzzentrum für Streuobstwiesen in Borken erläuterte die ökologische Bedeutung solcher Flächen. Schüler Aaron Laabs (G8b) begeisterte die Gäste mit zwei musikalischen Beiträgen – „Despacito“ und „Shipping up to Boston“ auf der Geige. Den Abschluss bildete die offizielle Eröffnung der Streuobstwiese vor Ort.

Mehr als ein Schulgarten
Landwirtschaftsminister Jung betonte, dass Streuobstwiesen zur lebendigen Kulturlandschaft Hessens gehören. Regional erzeugte Produkte, kurze Transportwege, Klimaschutz – die Wiese passe genau in die Landesförderungskampagne für Streuobstwiesen. Vereine und Gruppierungen können übrigens Fördergelder für den Erhalt alter Obstsorten sowie für Schnittkurse beantragen.
Die beiden Schülerinnen Diana Dossmann und Milana Pfeiffer (Klasse G8b) brachten es auf den Punkt: Die Arbeit war manchmal schwer, aber es habe ihnen enorm viel Spaß gemacht – draußen in der Natur statt im Klassenzimmer zu arbeiten.
Ortsbeirat und Vereinsgemeinschaft als Treiber
Dieses Projekt ist ein echtes Gemeinschaftsprojekt: Die Vereinsgemeinschaft Felsberg unter ihrem Vorsitzenden Klaus Döll – der sich selbst als „Projektmanager Streuobstwiese Felsberg“ bezeichnet – erhielt vom Minister einen Förderbescheid über 500 Euro. Der Ortsbeirat Felsberg hat das Projekt aktiv begleitet und mitorganisiert.
Fazit: Investition in die Zukunft
Eine Streuobstwiese ist kein kurzfristiges Schulprojekt – sie ist eine Investition in Biodiversität, Regionalität und Umweltbildung, die Generationen überdauert. Felsberg macht vor, wie Schule, Gemeinde, Politik und Sponsoren gemeinsam etwas Bleibendes schaffen können.
Jetzt kann die Ernte kommen – im wörtlichen wie im übertragenen Sinne.

Foto: Helmut Wenderoth / HNA
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